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Zum Foto: Heinrich Hack (Luftbeobachter der freiwillige Feuerwehr Schwabach) und Jochen Heider (Einsatzpilot) bei der Vorbesprechung des Einsatzfluges „Herbstwald 2018“ Text und Foto: Ralf Dänzer, Jochen Heider

Von oben sieht man mehr

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Branderkundung aus der Luft

Büchenbach/Gauchsdorf – Gleich zu Beginn dieses Frühjahrs stieg in Mittelfranken die Waldbrandgefahr wieder deutlich an. Brände in Brandenburg, Niedersachsen oder dem benachbarten Thüringen sorgten so gleich auch für Schlagzeilen. Immer wieder sah man dort Bilder von Flugzeugen die über große Waldgebiete flogen, um nach möglichen Waldbränden Ausschau zu halten. Wer aber glaubt, dass dies nur in diesen Bundesländern der Fall ist irrt. Gerade in Bayern gibt es die sogenannte Luftrettungsstaffel und einer ihrer Stützpunkte ist am Flugplatz in Gauchsdorf bei der Fliegervereinigung Schwabach angesiedelt.

Die Luftrettungsstaffel existiert nur in Bayern und ist Bestandteil des Katastrophenschutzes. Insgesamt stehen 159 Flugzeuge und 300 ehrenamtliche Piloten aus Flugvereinen dem Freistaat Bayern zur Verfügung, auf welche er im Katastrophenfall, beziehungsweise zur Abwendung von Gefahr, zugreifen kann. In anderen Bundesländer muss das entsprechende Bundesland hohe Kosten in die Hand nehmen, um Piloten und Flugzeuge für den Ernstfall vorhalten zu können.

Das Jahr 2018 war auf Grund der klimatischen Bedingungen ein Rekordjahr. 747 angeordnete Einsätze mit einer Gesamtflugzeit von 1.043 Stunden zeigen die Leistung der ehrenamtlichen Piloten deutlich.  Angeordnet werden Einsätze von der Regierung bei hoher Waldbrandgefahr. Die Piloten fliegen ehrenamtlich, bekommen dafür kein Geld. Die Fliegervereine bekommen eine Aufwandsentschädigung für angeordnete Einsatzflüge, welche Sprit und Einsatz des Flugzeugs ausgleicht.
Bei den Piloten der Fliegervereinigung Schwabach, welche im Rahmen der Luftrettungsstaffel aktiv sind, handelt es sich um besonders erfahrene Piloten. Pilot für die Luftrettungsstaffel kann nur werden, wer 200 Stunden als verantwortlicher Flugzeugführer tätig war. In Schwabach sind dies neun  Einsatzpiloten, wovon zwei sogar Berufspiloten sind. Die Flugzeuge sind für den Digitalfunk des Katastrophenschutzes ausgerüstet. Die Fliegervereinigung Schwabach stellt aktuell drei Flugzeuge zur Verfügung.

Im Einsatzfall besteht die Besatzung eines angeordneten Flugs aus einem Piloten, einem Feuerwehrmann und einem Förster. Zu Beginn jeder Saison trainiert die Luftrettungsstaffel die Luftbeobachter (Feuerwehrmann und Förster). In diesem Jahr fand dieses Training am 12. April in Weißenburg statt. Die Fliegervereinigung unterstützte bei der Übung mit zwei Flugzeugen und drei Einsatzpiloten.
Im letzten Jahr beteiligte sich der Stützpunkt Schwabach-Büchenbach an der großen Feuerwehrübung „Herbstwald“ am 29. September 2018, welche am Heidenberg stattfand. Hier wurde von den Freiwilligen Feuerwehren Büchenbach und Kammerstein ein Waldbrand mit einer Rauchpatrone simuliert. Die Aufgabe war es, den vom Flugzeug entdeckten Brand an die integrierte Leitstelle zu melden und somit die Rettungskette auszulösen. Diese Übung konnte mit Erfolg abgeschlossen werden.

Da es sich bei Mittelfranken um ein Gebiet mit eher trockenen Sandböden und geringerem Niederschlag handelt, ist eine entsprechende Frühwarnfunktion besonders wichtig. Die Aufgabe die die Luftrettungsstaffel am Flugplatz Schwabach hier übernimmt zeigt, dass die Fliegervereinigung, neben dem Luftsport, auch eine wichtige Funktion für die Allgemeinheit und den Katastrophenschutz erfüllt. Und wer wäre nicht froh, wenn frühzeitig ein Brand bereits erkannt und im Keim erstickt werden kann.

 

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Umgesetzt von Henry Lai