Wanderung zum nördlichsten Grenzstein von Heideck

Heideck(rz-7487) – Bei ihrer Herbstwanderung unter Leitung von Karl-Heinz Neuner suchte die gemeinsame Orstgruppe Heideck von Bund Naturschutz (BN) und Landesbund für Vogelschutz (LBV) den nördlichste Grenzstein von Heideck auf.
Bei sommerlichen Temperaturen begrüßte LBV Kreisvorsitzender Ruppert Zeiner eine kleine Schar von Wanderern am Waldparkplatz zwischen Laffenau und Wallesau. Karl-Heinz Neuner hatte diesmal eine Route entlang der nördlichen Grenze des Heidecker Gemeindegebiets vorbereitet, wo seiner Überzeugung nach, die wenigsten Heidecker hingekommen sind. Unweit der Stelle, wo die Stromleitungstrasse den Waldweg nach Westen kreuzt, berichtete Zeiner kurz von der LBV-Aktion zum Schutz des Eremits im Jahr 2008. Dieser seltene und geschützte Käfer verbringt als Larve fast vier Jahre im Mulm alter Eichen, bevor er als geschlechtsreifes Insekt im Umkreis von nur wenigen hundert Metern ein Weibchen sucht, die ihre Eier wieder in den Mulm alter Eichen legt. Damals wurde versucht, mit sechs Brutkästen das lokale Vorkommen zu erweitern, was leider nicht von Erfolg gekröt war.
Sodann ging es auf den 429 Meter hohen Rötenberg, der von Mischwald und einzelnen Eichen umgeben ist. Den Wanderern fiel auf, dass die im Sommer durch die Trockenheit braun gewordenen Schwarzbeeren nun wieder frisches Grün ausgetrieben haben. Nach dem Abstieg wurde bald die nördliche Grenze von Heideck erreicht. Hier grenzt nicht nur Heideck an Roth, sondern auch der Staatswald an Privatwald. Nach dem Überqueren der Straße von Laffenau nach Wallesau in Richtung Osten, führte Neuner die Gruppe auf Wallesauer Flur zum nördlichsten Grenzstein von Heideck. „Den habe ich nur mit seinen GPS-Koordinaten gefunden,“ erklärte Neuner. Im Luftbild ist er nicht zu sehen und im Wald sind einige Wege neu angelegt worden, die in der Karte noch nicht enthalten sind. Am Rande eines Unterholzes steht dieser Grenzstein, der mit einem roten Punkt markiert ist.
Während der Wanderung informierte Neuner immer wieder über waldbauliche Besonderheiten. „Ich freue mich über jede Art von Wald,“ gestand Neuner. Egal, ob Kiefernhochwald, Mischwald, Naturverjüngung oder gar Kiefernmonokultur, wie man ihn hier abwechselnd erleben kann. In diesem Zusammenhang zeigte Neuner kein Verständnis für die pauschale Bezeichnung des Mischwaldes auf dem Kohlbuck nördlich der Seiboldsmühle als „Steckerleswald“, wie es immer wieder in Heideck zu hören ist. Dort sollen demnächst 11 Hektar für ein Gewerbegebiet gerodet werden. Auch in der Waldabteilung „Ödenberg“, östlich der Straße von Laffenau nach Wallesau wurde vor Jahren schon versucht, den Kiefernwald mit der Unterpflanzung von Rotbuchen zukunftsfähig zu machen. Um solche großflächigen Waldgebiete würden viele Kommunen Heideck beneiden, waren sich die Wanderer nach zweieinhalb Stunden einig.

Bildunterschrift: Eingewachsen am Rand einer Schonung steht der nördlichste Grenzstein von Heideck, den Karl-Heinz Neuner (mit Kappe) seiner Wandergruppe zeigte.