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20200126 Galgenbuck - Selingstadt NO 6

Wanderung zum Galgenbuck

Heideck(rz/7487) – Zur Winterwanderung der gemeinsamen Ortsgruppe Heideck von Bund Naturschutz und Landesbund für Vogelschutz (LBV) fanden sich am Sonntag Nachmittag fast 30 Teilnehmer ein. Unter Leitung von Karl-Heinz Neuner ging es zum Galgenbuck und weiter in die Fluren und Wälder um Selingstadt.
LBV Ortsvorsitzender Ruppert Zeiner begrüßte am nordwestlichen Ortsrand von Heideck eine stattliche Zahl von Winterwanderern und freute sich trotz fehlendem Schnee auf zwei lehrreiche und unterhaltsame Stunden mit Karl-Heinz Neuner. Neuner bot zu Beginn gleich eine Wette an. „Ich wette, dass wir auf dem Rundweg 60 Baum- und Straucharten entdecken werden.“ Da waren alle Teilnehmer gespannt, ob das im unbelaubten Zustand möglich sein wird. Zunächst führte die Wanderung noch auf der Straße nach Selingstadt bergauf. Hier erklärte er, dass östlich dieser Straße der Forstbuck und westlich der Galgenbuck liegt. Die drei kleinen Teiche an der Kurve waren in früheren Zeiten Auffangbecken für Regenwasser, das vom Galgenbuck herabfloss. Auf dem dahinterliegenden Westhang genossen die Teilnehmer einen beeindruckenden Überblick über Heideck, das von mehreren Hügeln, Buck genannt, umgeben ist. Südlich des Galgenbucks liegt von Ost nach West der Abeles- und der Schleichersbuck und der Kappelsberg. Vorbei an einem Altholzhaufen, der sicherlich Unterschlupf für viele Tierarten bietet, erreichte die Gruppe den Galgenbuck. „Auf einer Karte von 1603 sind hier zwei Galgen eingezeichnet,“ erklärte Neuner seinen Zuhörern auf einer unspektakulären Kuppe. Ende des 18. Jahrhunderts erfolgte an dieser Stelle die letzte Hinrichtung. „Leider war der Verurteilte unschuldig, wie sich später herausstellte,“ ergänzte Neuner seine historische Recherche. Nachdem die Wanderer die Straße nach Selingstadt wieder überquert hatten, ging es entlang von Wald- und Wiesenrändern hangaufwärts Richtung Osten. Fleißig wurden dabei die entdeckten Baum- und Straucharten notiert. Karl-Heinz Neuner kennt als Jäger an der Rinde oder an den Knospen fast alle Baumarten. Nur bei einem war er sich unsicher. Manchmal helfen noch herabgefallene Blätter bei der Identifizierung. Am meisten staunten die Wanderer über die großen Eichen, die am Waldrand stehen. Ein Exemplar schätzte Neuner auf über 200 Jahre. Durch verschiedene Waldtypen führte dann der Weg bergab, bis man zwischen Seiboldsmühle und Heideck wieder auf Feldwege kam. Am Schluss hatte man 49 Baum- und Straucharten notiert „Wenn ich jetzt noch die Bäume und Sträucher in den Vorgärten dazuzähle, bis wir an unserem Ausgangspunkt angekommen sind, habe ich gewonnen,“ freute sich Neuner sichtlich vergnügt.

Bildunterschrift
Foto 2: Karl-Heinz Neuner (4. v. r.) erklärt unterhalb der Kuppe des Galgenbucks die Funktion der ehemaligen Regenrückhaltebecken.
Foto 3: Auf dem Galgenbuck erklärt Karl-Heinz Neuner (2. v. l.) die anderen Bucks in der Umgebung von Heideck.
Foto 6: Karl-Heinz Neuner (r.) erklärt, welche Tierarten in diesem Holzstapel am Galgenbuck Unterschlupf finden können.

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Umgesetzt von Henry Lai