Verlängerung der S2 von ROTH nach HILPOLTSTEIN

Noch ist die Gredl zwischen Roth und Hilpoltstein eine typische Regionalbahn, ein Dieseltriebwagen pendelt im Stundentakt hin und her, am Wochenende sogar nur alle zwei Stunden. In Roth heißt es Umsteigen zur S-Bahn oder zum Regionalexpress nach Nürnberg. Das soll sich zukünftig ändern, dann würde die S-Bahn bequem und umweltfreundlich unter Strom bis in die ehemalige Kreisstadt durchfahren. „Ohne Umsteigen nach Nürnberg, das wäre Klasse“, findet die 2. Bürgermeisterin und Sprecherin des Hilpoltsteiner Arbeitskreis – Ulla Dietzel. Auch der Fahrgastverband PRO BAHN befürwortet das Projekt.
In einer im Juli 2020 vom Landratsamt Roth in Auftrag gegebenen Machbarkeitsuntersuchung kommt das Karlsruher Ingenieurbüro TTK zu dem Ergebnis, dass erhebliche Fahrgastzuwächse zu erwarten sind. Roth nicht inbegriffen, erschließt nach der TTK-Studie die Strecke 9 500 Einwohner, was einer durchschnittlichen Bahnmobilität von 31,5 Fahrten pro Einwohner und Jahr entspricht.
Dabei ist das kräftige Aufwachsen der Bundeswehr-Luftwaffe in Roth mit 700 Personen Stammpersonal und jährlich 1000 Lehrgangsteilnehmern überhaupt noch nicht mit berücksichtigt. Diese könnten über den Ostausgang der Kaserne den Haltepunkt Eckersmühlen nutzen.
Weiter ergab die Studie, dass es wesentliche technische Hindernisse nicht gibt, das Gleisbett ist grundsätzlich schon heute für den S-Bahn-Betrieb geeignet. Was fehlt ist die stromversorgende Oberleitung, ausreichende Bahnsteige, zur Geschwindigkeitserhöhung eine Reduzierung bzw. ein Ausbau gesicherter Bahnübergänge und je nach gefahrenem Takt eine Kreuzungsmöglichkeit für die Züge – zum Beispiel in Hilpoltstein.

Hilpoltstein selbst würde sich als gut ausgebaute Mobilitätsdrehscheibe weiter entwickeln. Mit dem bereits vorhandenen zentralen Busbahnhof direkt am Gleis sowie zusätzlichen Park&Ride- Flächen und Fahrrad- Stellplätzen könnte man Viele ganz oder zumindest auf einer Teilstrecke vom Auto wegbekommen. So wie in der kleinen Fotomontage könnte es vielleicht einmal aussehen.

Der nächste Schritt wird in Kürze die Beauftragung einer Technischen Studie sein. Die finanziellen Mittel dafür sind bereits vorgesehen. Jetzt liegt es am Landratsamt, das Engagement des Arbeitskreises zu würdigen und die Realisierung endlich aktiv anzuschieben.

Kostenargumente gegen das Projekt kann man übrigens nicht gelten lassen. Wenn der Freistaat es sich leisten kann, mit der zweiten Stammstrecke Milliarden im Münchner Untergrund zu versenken, dann müssen auch die Investitionen in die Region drinnen sein.
Wer mehr über das Projekt wissen möchte, findet viele Details und Überlegungen auf der Homepage der Stadt Hilpoltstein: https://www.hilpoltstein.de/s-bahn2030