Navigation

Ökotipp des Bund Naturschutz: Verblühte Stauden stehenlassen

Ökotipp des Bund Naturschutz:
Verblühte Stauden stehenlassen

Durch etwas gewollte Unordnung im Garten kann jeder vielen Tieren über den Winter helfen. Diesen Tipp gibt die Kreisgruppe Roth im Bund Naturschutz (BN). Fruchtstände von Stauden und Sträuchern bieten ebenso Nahrung für Vögel und Insekten wie reiches Bodenleben unter einer schützenden Laubschicht, die man nicht entfernt.
Normalerweise werden fruchtende Blütenstände an Zierstauden in unseren Gärten herausgeschnitten, um die Pflanzen zur Bildung neuer Knospen anzuregen. Verwelkt die Staude, schneidet man sie meist über dem Boden ganz ab. Für den Artenschutz wäre es aber besser, so Richard Radle , Geschäftsführer der BN-Kreisgruppe Roth, wenn man mit dem Zurückschneiden bis zum Frühjahr, wenn die Pflanzen neu austreiben, warten würde. Denn im Winter suchen viele Vögel an den Stauden nach Nahrung, etwa samenfressende Kleinvögel wie der Stieglitz. Und auch Insektenfresser wie Meisen suchen diese Pflanzen auf, um nach Raupen und Spinnen zu suchen, die dort den Winter verbringen. Entscheidende Funktion als Nahrungsquelle z.B. für Drosseln oder Rotkehlchen hat auch das Herbstlaub und die darunter verborgenen Insekten. Richard Radle: „Übertriebener Ordnungssinn und herbstliches “Großreinemachen” im Garten schadet massiv der Tierwelt unserer Gärten und Siedlungen.“
Ebenso wichtig sind Altgrasbestände und Brachflächen in Gartengrundstücken und in der freien Landschaft. Im Spätherbst nach Ernte der letzten Feldfrüchte und im Winter, wenn die Nahrung knapp wird, verköstigen sich viele Vögel an den stehengebliebenen Halmen und darin verborgenen Insektenlarven und suchen Deckung in den Brachen. Auch Rebhuhn oder Feldhase brauchen in der intensiv genutzten Landschaft solche ungenutzten Flächen, in denen die Natur auch einmal regelrecht “aufatmen” kann.
Indem man geeignete Stauden und Kräuter stehen lässt und auch über den Winter Brachflächen einmal sich selbst überlässt, hilft man also der Tierwelt beim Überwintern. Diese Art der “Winterfütterung” ist sicher einfacher und auch zweckmäßiger als das Füttern am Vogelhaus.
Weitere Informationen bekommen Sie von der Geschäftsstelle des Bund Naturschutz, Kreisgruppe Roth, Traubengasse 1 in Roth, Tel. 09171/63886 oder unter email roth@bund-naturschutz.de

Kommentarfunktion geschlossen.

Umgesetzt von Henry Lai