Klimaschutz durch kurze Wege
Energieforscher der Grundschule Hilpoltstein auf der Spur von regional, saisonal, bio und fair

LANDKREIS ROTH – Was hat mein Essen mit dem Klimaschutz zu tun? Was ist ein Saisonkalender? Was bedeutet Fair trade und bio? Seit Anfang dieses Schuljahres beschäftigt sich die Arbeitsgruppe Energieforscher der Grundschule Hilpoltstein mit diesen Fragen.
Die Grundschule Hilpoltstein darf sich seit 2018 mit dem Titel „Umweltschule in Europa – Internationale Agenda 21-Schule“ schmücken. Mit verschiedenen Projekten und Aktionen wird dieser Titel an der Schule mit Leben erfüllt.
Schon seit Anfang des letzten Schuljahres trifft sich wöchentlich die AG Energieforscher – als Pilotprojekt in Kooperation mit der Klimaschutzstelle des Landratsamts Roth. Ziel ist dabei, die teilnehmenden Ganztagesschülerinnen und -schüler für den Klimaschutz zu sensibilisieren und gemeinsam zu erarbeiten, was jeder einzelne und was die Schulfamilie gemeinsam ganz konkret für den Klimaschutz tun kann. Nachdem im ersten Halbjahr des vergangenen Schuljahrs das Thema Plastikvermeidung und Wärmeverbrauch der Schule auf dem Programm standen, musste die AG Energieforscher Corona-bedingt im zweiten Halbjahr pausieren.
Um fortzuführen, was im Vorjahr begonnen wurde, beschäftigen sich die Energieforscher dieses Schuljahr zunächst mit nachhaltiger Ernährung. Wo kommen denn unsere Lebensmittel aus dem Supermarkt her? Was bedeutet eigentlich regional? Um diese Fragen zu beantworten wurden verschiedene Lebensmittel aus dem Supermarkt auf ihren Herkunftsort hin unter die Lupe genommen. Bei einem ersten Check wurde den Schülern schnell klar: Je weniger ein Produkt transportiert werden muss, desto besser ist es für unser Klima! Anschließend markierten die Kinder auf einer Karte der Stadt Hilpoltstein alle Direktvermarkter der näheren Umgebung – insgesamt 15 an der Zahl! Dass es für unsere Direktvermarkter auch ein spezielles Logo gibt, fanden die Kinder besonders gut: original regional aus dem Landkreis Roth!
Die Energieforscher prüften anhand eines Saisonkalenders nach, wann welches Obst und Gemüse bei uns wächst, denn was gerade Saison hat kann auch nachhaltig regional eingekauft werden. „Hm, lecker“, schallte es aus den verschiedenen Ecken des Klassenzimmers als Angela Ziegler, die Klimaschutzbeauftragte des Landkreises Roth, verschiedene Sorten von Wintergemüse wie Lauch, Kartoffel, rote Bete aus dem Korb holte. Bei Gemüsesorten wie beispielsweise Petersilienwurzel und Sellerie wurde es dann schon schwieriger zu benennen, um welches Gemüse es sich hier handelt.
Was „bio“ bedeutet und mit „fairem Handel“ gemeint ist, war den meisten Kindern klar, nicht umsonst hat die GS Hilpoltstein seit Herbst dieses Jahres den Titel „fair-Trade-school“.
Um das Thema nachhaltige Ernährung abzurunden, bedruckten die Schülerinnen und Schüler Obst- und Gemüsebeutel aus Stoff mit dem original regional Logo des Landkreises Roth. So können sie zukünftig ihr Obst und Gemüse verpackungsfrei einkaufen und auch dabei das Klima schonen!
Für das Jahr 2021 ist zur nachhaltigen Ernährung eine Jahresaktion für alle Klassen der GS Hilpoltstein geplant, um das Thema auch in der restlichen Schulfamilie zu verankern. Außerdem startet mit Beginn des neuen Jahres die Gartenackerdemie an der GS Hilpoltstein, bei der die Schülerinnen und Schüler ihr eigenes Obst und Gemüse anbauen – ganz regional!
Und auch die Planungen der AG Energieforscher für das zweite Halbjahr laufen bereits: die Mobilität an der Grundschule soll in den Fokus genommen werden! Näher am (Schul-)Alltag kann Klimaschutz kaum sein.

Zum Foto: Stolz präsentieren die Schülerinnen und Schüler der AG Energieforscher ihre bedruckten Obst- und Gemüsebeutel; Foto: lra