Homeoffice & Co. lassen Energie- und Wasserverbrauch steigen
Die Jahresendabrechnung der Stadtwerke Roth ist versendet und der Blick auf die eigene Jahresabrechnung dürfte bei vielen Bürgerinnen und Bürgern für Verwunderung sorgen. Der Verbrauch im privaten Haushalt ist im Vergleich zu den Vorjahren eher gestiegen. Das Mehr an Kilowattstunden und Kubikmetern lässt sich leicht erklären: Aufgrund der Corona-Pandemie hat sich das Verbrauchsverhalten in den privaten Haushalten im letzten Jahr zum Teil stark verändert. Homeoffice, Homeschooling und für die meisten das Allerschlimmste Urlaub zu Hause – all das führte bei vielen zu einem höheren Verbrauch von Strom, Gas und Wasser. Ein Mehrverbrauch von 5 bis zu 15 % ist daher durchaus normal und macht sich leider auch auf der Rechnung mit einem entsprechend höheren Betrag bemerkbar. Die Stadtwerke Roth können im vergangenen Jahr im Absatz Strom ein Plus von 3,54 %, beim Gas ein Plus von 6,75 % und im Wasser ein Plus von 1,7 % verzeichnen. Allerdings waren es im Stromnetz 4,02 % weniger und im Gasnetz 0,73 %. Das zeigt das neue Verbrauchsverhalten in Pandemiezeiten, der Absatz der Stadtwerke Roth ist zwar gestiegen, jedoch ging der Gesamtverbrauch in Roth zurück, was an den energieeffizienten Anlagen und an den reduzierten Verbräuchen der Industrie- und Gewerbebetriebe lag.
Der BDEW, Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft, gibt bekannt, dass der Stromverbrauch in Deutschland im Jahr 2020, gegenüber dem Vorjahr um etwa 4 % gesunken ist. Auch der gesamte Erdgasverbrauch ist im Vergleich zu 2019 um rund 3,4 % zurückgegangen. Das liegt coronabedingt größtenteils an reduzierten Verbräuchen in Industrie- und Gewerbebetrieben. Wer zurückdenkt, weiß warum: In geschlossenen Kinos und Fitnessstudios, in Hotels und Restaurants blieben die Küchen kalt und die Lichter aus.
Ganz anders in den deutschen Haushalten. Es wurde wieder mehr gekocht, die Heizungen aufgedreht und das eine oder andere Vollbad zur Entspannung genommen. In Anbetracht des aktuellen Lockdowns in diesem Winter mit weiteren Einschränkungen im öffentlichen und im wirtschaftlichen Leben wird sich der Trend auch im Jahr 2021 bis auf Weiteres fortsetzen.