Klimaschutz und Energieunabhängigkeit – hoch aktuelle Themen an denen im Moment mehr denn je gearbeitet werden muss. Darum hatten drei 9. Klassen des Gymnasiums Roth mit den Lehrern Hannelore Resch, Stefan Müller und Dieter Wolf die Möglichkeit Einblicke zu erlangen, wie dies im Landkreis Roth umgesetzt wird.

Die Schülerinnen und Schüler erhielten vor Ort im Biomasseheizwerk am Schulzentrum von der Klimaschutzbeauftragten des Landratsamts in Roth Angela Ziegler und dem Geschäftsführer der BiomasseEnergieGesellschaft Roth Thomas Pichl Informationen über den Energieverbrauch ihrer Schule und wie die Gebäude des Landkreises schon seit 2003 beheizt werden. Vor fast zwei Jahrzenten schon, also bevor ein Großteil der Teilnehmenden geboren wurde, erkannte der Landkreis Roth, dass ein signifikanter Anteil der benötigten Energie für die Erzeugung von Wärme aufgewendet wird. In Folge dessen wurden die baugleichen Heizwerke „Am Weinberg“, welches unter anderem das Landratsamt, die Kreisklinik und die Zentrale der Sparkasse Mittelfranken Süd versorgt und „Schulzentrum“, welches alle schulischen Einrichtungen am Schulzentrum sowie das Berufskraftfahrzentrum beheizt, errichtet.

Die Biomasseheizwerke vereinen mehrere Vorteile in sich. Sie stoßen nur so viel CO2 aus, wie die Bäume während ihres Wachstums gebunden haben und zusätzlich werden die Abgase in einem aufwendigen Filtersystem von Schadstoffen und Feinstaub gereinigt. Außerdem stammen die Hackschnitzel, die verbraucht werden, aus lokalen Schwach- und Schadhölzern, die ansonsten nur schwer genutzt werden könnten. Diese Art der Befeuerung bietet sich besonders an, da der Landkreis Roth zu rund 45% mit Waldflächen bedeckt ist und sie kommt den lokalen Forstwirten sehr zugute.

Seit Inbetriebnahme wurden in beiden Heizwerken mehr als 200.000 MWh erzeugt. Es wird jedes Jahr ausreichend Energie erzeugt um 1000 Niedrigenergie-Einfamilienhäuser zu beheizen. Durch den Verbrauch von knapp 66.000t Hackschnitzel wurden über 58.000t an CO2 Belastung eingespart. Das entspricht 20 Mio. Liter Heizöl, welches nicht verbrannt werden musste.

Nach dem Vortrag konnten die Schülerinnen und Schüler noch das Heizwerk besichtigen und aus erster Hand erfahren, woher die Energie zur Beheizung ihrer Schule und ihr warmes Wasser stammen. Nachdem sie gesehen hatten wie Klimaschutz auf lokaler Ebene aussehen kann, waren sie auch rechtzeitig zur nächsten Unterrichtsstunde zurück im Gymnasium, da der Fußweg weniger als fünf Minuten beträgt.

Weitere Informationen:
Landkreis Roth – Wirtschaftsförderung
Tel. 09171 81-1326,
wirtschaftsfoerderung@landratsamt-roth.de