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Absage der 1. – Mai Kundgebungen 2020

Absage der 1. – Mai Kundgebungen 2020

Solidarität heißt dieses Jahr: Abstand halten!

“Wir können es heute schon beobachten: Überall erblühen neue Formen der Solidarität”, erklärt Stephan Doll, Regionsgeschäftsführer beim DGB Mittelfranken, angesichts der Corona-Krise. Die Ausbreitung des Corona-Virus in Mittelfranken zwinge den DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften leider auch zu einer historisch einmaligen Entscheidung: “Schweren Herzens und mit großen Bedauern müssen wir die 1. Mai Kundgebungen dieses Jahres leider absagen. Seit dem Faschismus finden zum ersten Mal keine Maikundgebungen statt. Solidarität heißt in diesem Jahr: Abstand halten!”

Die Corona-Pandemie bedeutet ein Leben im Ausnahmezustand: Viele Menschen können nicht zum Arbeitsplatz, unsere Kinder nicht in die Schulen und Kitas, wir sehen unsere Verwandten nicht mehr, unsere Freundinnen und Freunde, unsere Kolleginnen und Kollegen. Viele sorgen sich um ihre Existenz.

„Auch wir Gewerkschaften sehen uns aktuell mit einer neuen Situation konfrontiert, die uns alle extrem fordert. Wir wissen aber auch, wieviel Solidarität bewirken kann. Die Gewerkschaften haben ihre Kraft und Durchsetzungsfähigkeit schon immer aus dem Füreinander-Einstehen der Vielen bezogen. So haben sie für mehr Gerechtigkeit gesorgt und bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen erkämpft. Darum geht es auch heute wieder: Auch jetzt können und müssen wir solidarisch Leben retten. Wir können Verantwortung übernehmen. Für uns, und für alle anderen.

Die Solidarität, die die weltweite Ausbreitung des Corona-Virus uns allen abverlangt, zwingt uns auch zu einer historisch einmaligen Entscheidung. Schweren Herzens müssen wir die 1. Mai Kundgebungen dieses Jahres leider absagen. Solidarität heißt in diesem Jahr: Abstand halten! Nächstes Jahr werden wir wieder mit vielen Menschen die Straßen und Plätze füllen und den 1. Mai feiern: Das – weltweit – größte Fest der Solidarität. Und wir werden feiern, dass wir die Corona-Krise gemeinsam überwunden haben.

Die Solidarität der Gesellschaft brauchen aber auch diejenigen, die von den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie besonders betroffen sind, die um ihre Existenzgrundlage fürchten oder um die ihrer Familien, die von Betriebsschließungen, Kurzarbeit oder Geschäftsaufgabe bedroht sind. Viele Menschen müssen zuhause arbeiten und sich gleichzeitig um ihre Kinder kümmern. Wir müssen dafür sorgen, dass ihr Arbeitsplatz und ihr Einkommen gesichert bleiben. Wir warnen Arbeitgeber vor jedem Versuch, die Situation zu missbrauchen und Arbeitnehmerrechte einzuschränken! Wir fordern von der Politik, dass sie alle notwendigen Mittel zur Überwindung der Krise mobilisiert.

„Vollkommen überflüssig sind Vorschläge, wie von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, dass von Kurzarbeit betroffene Beschäftigte beim Spargelstechen etwas dazu verdienen sollen. Wir fordern tarifliche Regelungen zur Kurzarbeit. Sollten diese aufgrund der Verweigerungshaltung von Arbeitgeberverbänden nicht zustande kommen, ist die Regierung gefordert, hier einzugreifen. Da bei Kurzarbeit Lohneinbußen von bis zu 40 Prozent drohen, stehen vor allem Geringverdiener vor einer existenzbedrohenden Situation.

Unsere Solidarität und Wertschätzung gilt allen Beschäftigten in den Systemrelevanten Bereichen, wie z. B. in den Kliniken, bei der Polizei und den Ordnungsbehörden, bei Bussen und Bahnen und im Lebensmitteleinzelhandel.

Wir können es heute schon beobachten: Überall erblühen neue Formen der Solidarität, wie Nachbarschaftshilfen, Einkaufsgemeinschaften oder Jugendorganisationen, die alte Menschen und andere Hochrisiko-Gefährdete unterstützen. Künstlerinnen und Künstler zeigen ihre Kunst im Netz, Museen öffnen virtuell, Schulen entwickeln innovative Lehrmethoden. Allerorts leben Menschen vor:

Solidarisch ist man nicht alleine!

Stephan Doll
Geschäftsführer

DGB Region Mittelfranken

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Umgesetzt von Henry Lai