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Hoffest

Ein Bauernhofkindergarten in Offenbau

Ein Bauernhofkindergarten in Offenbau
Natur und Landwirtschaft zum Anfassen

„Es ist Erdbeerzeit. Die Kinder ziehen ihre Gummistiefel an und jedes
Kind bekommt ein kleines Eimerchen. Alle zusammen gehen zum Erdbeerfeld
und pflücken ein paar Früchte. Dann bringen sie alles zur
Kindergartenküche. Es soll daraus eine Nachspeise für das gemeinsame
Mittagessen entstehen. Auf dem Weg kommen sie an den Kühen vorbei. Ein
Kälbchen wurde heute Nacht geboren. Alle stehen ganz leise vor dem Stall
und schauen, wie das Kleine bei seiner Mutter am Euter trinkt.“

Die Kinder sind nicht nur zu Besuch auf einem Bauernhof, sondern haben
hier ihren Kindergarten und Hort. Direkt bei den Gemüsefeldern, Kühen,
Schweinen und Hühnern, in einem geschützten Bereich. Der
Bauernhofkindergarten mit angegliederten Hort startet im September am
Biolandhof Dollinger, der eine Fläche auf seiner Wiese zur Verfügung
stellt. Hier soll in Kürze die Kindergartenhütte aufgebaut werden, ein
Kleintierbereich und Lerngärten entstehen. Träger wird der Verein
Bauernhofkindergarten Offenbau e.V. sein.

Karl und Claudia Dollinger, die Landwirte am Hof, haben sich das Ganze
gut überlegt und dann eine Entscheidung getroffen: Wir sehen uns in
einer besonderen Verantwortung. Wir glauben, dass ein vielseitiger
Bauernhof ein anregender Ort sein kann für Kinder. Mit unserer
Umstellung auf Solidarische Landwirtschaft im Jahr 2014 ist es uns ein
Anliegen unseren Hof auch als Lernort weiter zu entwickeln. Claudia
Dollinger, die Soziale Arbeit studiert hat sagt: „Wir möchten Kindern
die Möglichkeit bieten mit Natur, Tier und Landwirtschaft in Kontakt zu
kommen und einen achtsamen und liebevollen Umgang zu erlernen. Und wir
möchten einen ergänzenden Beitrag leisten zu einer vielfältigen
Betreuungs- und Bildungsinfrastruktur in der Gemeinde Thalmässing.“ Es
sollen insgesamt bis zu 15 Kinder im Alter von 2,5-10 Jahren aufgenommen
werden. Darunter auch gerne Kinder aus anderen Gemeinden und gerne auch
Kinder mit Behinderung. Der Beitrag liegt nicht höher als der in anderen
Kindergärten.

Die Gründung von Bauernhof und  Waldkindergärten die es bundesweit immer
öfter gibt, ist eine Reaktion auf die veränderte Lebenssituation von
Kindern. Sie gelten als innovative Bildungseinrichtungen im
Vorschulalter. Durch den ständigen Aufenthalt in der Natur erleben und
erfahren die Kinder die wechselseitige Abhängigkeit von ihr. Sie
erfahren sich als Teil vom Ganzen. Noch im Erwachsenenalter werden diese
Kinder durch die Erfahrungen, die sie mit der Natur gemacht haben,
geprägt sein. Sie werden diese lieben, achten und schützen. Im direkten,
kontinuierlichen Kontakt zur Natur üben Kinder Umsichtigkeit und
Rücksicht mit ihr, es werden Gefühle von Vertrautheit in Bezug auf
Pflanzen, Tiere, Erde und Wasser entwickelt, um sich letztendlich in der
Natur „zu Hause” zu fühlen. Die Natur bietet reichhaltige Möglichkeiten
an Spielmaterialien und Spielzeug. Die Kinder konsumieren nicht, sondern
haben die Möglichkeit selber kreativ zu sein und sich ständig auf neue
Situationen einzustellen und dafür Lösungen zu finden. Dies fördert das
soziale Lernen in der Gruppe. Auch Kinder mit motorischen
Auffälligkeiten haben durch unzählige Gelegenheiten die Möglichkeit,
ihre Defizite auszugleichen bzw. „aufzuholen”.
Wer mehr wissen oder sein Kind anmelden möchte darf sich gerne am Hof
melden unter: hofpost.dollinger@posteo.de

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Umgesetzt von Henry Lai